Die Zukunft der Psychoanalyse hängt davon ab, inwieweit sie ein ähnliches Interesse für gesellschaftliche Fragen entwickeln kann, wie es der ersten Generation der Psychoanalytiker gelang.

(A. Mitscherlich)

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Artikel mit dem Tag "Traumdeutung"


19. Oktober 2015
Solaris, Spiegel, Übertragung, Menschen, Psychodynamik, Tarkowsi
Was hat ein Science Fiction Roman mit der psychodynamisch orientierten Beratungstätigkeit in Organisationen gemein? Antwort: Bei beiden geht es um den Umgang mit fremden Kulturen und die Suche nach intelligenten Lebensformen. Doch im Ernst: Tatsächlich stellen sich psychodynamisch orientierte Beraterinnern und Berater zu einer Organisation wie zu einer fremden Kultur, weil Menschen zunächst immer Fremde sind, sofern sie meist anders ticken, als man denkt. Dabei ist das Zusammentreffen mit...
03. August 2015
Die Irritation über Freuds Annahme, dass der Traum ein Denken sei, hat besonders mit der Entdeckung des Wunschparadigmas zu tun. Diese Vorherrschaft einer Wunschlogik wirft alles, was wir über das menschliche Denkvermögen zu wissen glaubten, über den Haufen. Wie kann man sich zum Beispiel etwas wünschen wollen, das im Traum als peinlich wahrgenommen wird? Was hat dies zudem mit Denken zu tun? Doch Freud insitiert: „Wir stehen in der Klahrheit einer plötzlichen Erkenntnis. [...] [Der...
20. Juli 2015
Als es Freud mit dem Traumphänomen aufnahm, war ihm nicht gleich klar, dass er damit eine Logik des Denkens entdecken würde. Als Wissenschaftler war er darin ausgebildet, gemäß den Regeln der Vernunft das Zählbare und Sammelbare in den Mittelpunkt der Untersuchung zu stellen. Bald erkannte er jedoch, dass dem Traum mit seinen bizarren Unverständlichkeiten kaum mit einer quantifizierenden Betrachtungsweise beizukommen war. Um ihn zu deuten, war Freud darauf angewiesen, sein Verständnis...
06. Juli 2015
In der Psychoanalyse wird zwischen äußerer und innerpsychischer Realität unterschieden. Letztere führte Freud auf frühe Interaktionserfahrungen zurück. Sie zeigen sich in Form von Selbst- und Objektimagines, d.h. Vorstellungen, die die Selbst- und Fremdwahrnehmung geprägt haben. Doch in welchem Verhältnis steht das Bild zur Sprache? Das Wechselspiel von Phantasie und Sprache im seelischen Geschehen thematisiert Freud in der Traumdeutung (1900a). Von den nächtlichen Traumphantasien...
23. Februar 2015
Die Metapher hat für die Psychoanalyse spätestens seit Lacans Parallelsetzung mit der Freudschen Verdichtung eine zentrale Bedeutung erhalten. Merkwürdigerweise existieren jedoch kaum eingehendere Untersuchungen zu den Wechselbeziehungen zwischen der Metaphorik als erkenntnisgenerierender Denk- und Sprechform und der Psychoanalyse. Metaphern schaffen Verbindungen – so die häufig zu lesende Auffassung – die in Ermangelung eines Begriffs für ein Ding bekannte Ausdrücke ihrer...
22. Dezember 2014
Freuds Urentdeckung aus den 1890er Jahren, dass der Mensch von der Sprache gesprochen wird, löst auch innerhalb der Psychoanalyse immer wieder Debatten aus, inwieweit Sprache und Sprechen Einfluss auf das Denken, Träumen und Handeln haben. Wie kommt es, dass die Sprache den Menschen eine Ordnung gibt, ihn ebenso aber auch wie etwa beim Versprecher verwirren, zum Lachen und sogar zum Fallen bringen kann? Und nicht nur am Tage, sondern auch bei Nacht steuert die Sprache unsere Gedanken im...
01. September 2014
Freuds Urentdeckung, dass der Mensch von seiner Sprache gesprochen wird, wirft auch innerhalb der Psychoanalyse immer wieder die Frage, wie das Sprechen Einfluss auf das Denken und Handeln haben kann. Auf welchen Wegen geschieht es, dass Sprache uns trägt, verwirrt, zum Lachen oder auch zum Fallen bringt? Und nicht nur am Tage, sondern auch bei Nacht steuert die Sprache unsere Gedanken im Traum. Noch immer ist nicht vollständig verstanden, wie es gerade dem Arzt Sigmund Freud gelingen konnte,...