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 Freud-Porträt
Freud-Porträt von F. Schmutzer

Das auch als Palimpsest bekannte Speichermedium „Wunderblock“ gilt seit dem 19. Jh. als Metapher für das menschliche Gedächtnis. Freud (1925a) griff in dem Text Notiz über den "Wunderblock" auf dieses Bild zurück, um die Struktur des Unbewussten zu veranschaulichen und atemporal – also als eine Instanz aus der Zeit – einzuführen, sofern der Wunderblock ähnlich wie das menschliche Gedächtnis „unbegrenzte Aufnahmefähigkeit und die Erhaltung von Dauerspuren“ ermöglicht.


Mittlerweile ist der Wunderblock zu einer Art Signifikant für Freuds Gedächtnistheorie und auch für die Psychoanalyse insgesamt geworden. In wortspielerischer Abwandlung zu WUNDER-BLOG steht der Ausdruck hier zur Bezeichnung eines psychoanalytischen E-Journals.


Bemerkenswert erscheint auch heute noch, dass sich Freud leidenschaftlich für Geräte wie eben den Wunderblock, aber auch antike Kleinkunst oder angrenzende Fachgebiete wie Archäologie, Biologie und vor allem Literatur interessierte und es ihm gerade aus der interdisziplinären Verknüpfung der verschiedensten Bereiche gelang, einen neuen umfassenden Zugang zum Verständnis des menschlichen Seelenlebens zu gewinnen.